SCHIMMEL IN DER BAUBIOLOGIE
Schimmel ist ein weit verbreitetes Problem in vielen Gebäuden und stellt in der Baubiologie eine zentrale Herausforderung dar. Schimmel entsteht durch die Feuchtigkeit in Wohnräumen und begünstigt nicht nur gesundheitliche Risiken, sondern auch bauliche Schäden. Die Baubiologie untersucht nicht nur die gesundheitlichen Auswirkungen von Schimmel, sondern auch die Ursachen, Identifikation und Prävention.
Häufigste Schimmelarten in Wohnräumen
Schimmelpilz der Gattung Aspergillus (z. B. Aspergillus versicolor): Vorkommen: Häufig in feuchten Bereichen wie Badezimmern und Kellern. Kennzeichen: Graue bis grünlich-blaue Flecken. Gesundheitsrisiken: Kann Allergien auslösen und Atemwegserkrankungen verschärfen.Schimmelpilz der Gattung Penicillium (z. B. Penicillium chrysogenum): Vorkommen: Häufig in wärmeren, feuchten Umgebungen, oft an Wänden hinter Möbeln oder in Kellern. Kennzeichen: Meist grün oder bläulich und wächst oft in langen Streifen. Gesundheitsrisiken: Kann Atemwegserkrankungen und Allergien verursachen.
Schimmelpilz der Gattung Cladosporium (z. B. Cladosporium cladosporioides): Vorkommen: Auf feuchten Oberflächen, vor allem in Bereichen mit schlechtem Luftaustausch wie Schränken, hinter Tapeten und in Fensterrahmen. Kennzeichen: Dunkelgrün bis schwarz. Gesundheitsrisiken: Wird oft mit Allergien und Asthma in Verbindung gebracht.
Schimmelpilz der Gattung Stachybotrys (z. B. Stachybotrys chartarum): Vorkommen: Häufig in Umgebungen mit extrem hoher Feuchtigkeit, z. B. durch Wasserleitungen oder Überschwemmungen. Kennzeichen: Schwarzgrünes, schleimiges Aussehen. Gesundheitsrisiken: Extrem giftig, kann schwere gesundheitliche Auswirkungen auf das Atmungssystem haben und zu chronischen Erkrankungen führen.
Schimmelpilz der Gattung Alternaria (z. B. Alternaria alternata): Vorkommen: Häufig in feuchten, schlecht belüfteten Räumen wie Badezimmern, Küchen oder Kellern. Kennzeichen: Dunkelgrüne bis schwarze Flecken. Gesundheitsrisiken: Wird häufig mit Allergien und Asthma in Verbindung gebracht.
IDENTIFIZIERUNG VON SCHIMMEL
Die Identifizierung von Schimmel in Wohnräumen kann auf verschiedene Weisen erfolgen:SICHTBARE SPUREN:
Schimmel ist häufig als fleckige Verfärbungen (grün, schwarz, braun oder weiß) auf Wänden, Decken oder Möbeln sichtbar. An Feuchtigkeitspunkten wie Wänden, hinter Tapeten, in Ecken, Fensterrahmen und auf Fußböden bildet sich oft Schimmel.
GERUCH: Ein muffiger Geruch kann auf Schimmelbildung hindeuten, auch wenn er nicht sofort sichtbar ist. In schwer zugänglichen Bereichen (z. B. hinter Möbeln) kann Schimmelgeruch die erste Anzeichen sein.
FEUCHTIGKEIT MESSEN: Ein Feuchtigkeitsmesser kann helfen, hohe Feuchtigkeitswerte in der Wand oder auf Oberflächen zu identifizieren, was ein Hinweis auf Schimmelwachstum sein kann.
MIKROBIOLOGISCHE UNTERSUCHUNGEN: Eine Luftprobe oder Wandprobe kann durch ein spezialisiertes Labor auf Schimmelsporen untersucht werden. Dies gibt Aufschluss darüber, welche Schimmelarten vorhanden sind und in welchem Ausmaß die Belastung vorliegt.
VORGEHENSWEISE BEI SCHIMMELUNTERSUCHUNGEN
Die Begutachtung von Schimmel in Wohnräumen erfolgt in mehreren Schritten:VISUELLE INSPEKTION: Zunächst wird der betroffene Bereich visuell auf Schimmelbefall und Feuchtigkeitsquellen untersucht. Die Raumluftqualität und der allgemeine Zustand der Wände, Decken und Böden sind entscheidend.
MESSUNG DER LUFT- UND OBERFLÄCHENFEUCHTIGKEIT: Ein Feuchtemessgerät (z. B. Hygrometer oder Kapazitätsmessgerät) wird verwendet, um die Luftfeuchtigkeit und die Feuchtigkeit der Oberflächen zu messen. Dabei wird auch der Taupunkt überprüft, um festzustellen, ob Wände oder Oberflächen feucht genug sind, um Schimmel zu begünstigen.
ANALYSE VON LÜFTUNGS- UND HEIZUNGSSYSTEMEN: Eine schlechte Belüftung und unzureichende Heizbedingungen begünstigen das Schimmelwachstum. Es wird geprüft, ob eine richtige Belüftung vorhanden ist und ob das Heizverhalten optimiert werden kann.
LUFTPROBEN UND PROBENENTNAHME: Wenn der Schimmel nicht sichtbar ist oder die Ursache unklar bleibt, werden Luftproben oder Proben der betroffenen Oberflächen genommen, um die Schimmelsporen zu analysieren.
ERSTELLUNG EINES GUTACHTENS: Das Gutachten wir je nach Anforderung zusammengestellt, es erfasst ggf. die Identifikation des Schimmels, meist jedoch die Ursachen (z. B. Feuchtigkeit) und mögliche Gesundheitsrisiken. Zudem wird eine Sanierungsempfehlung gegeben, die Maßnahmen zur Behebung der Ursachen und zur Schimmelbeseitigung umfasst.
PRÄVENTION VON SCHIMMEL
Die Vermeidung von Schimmelbildung hängt entscheidend von der Reduzierung von Feuchtigkeit und der Förderung einer guten Belüftung ab. Hier einige wichtige Präventionsmaßnahmen:VERMEIDUNG VON FEUCHTIGKEITSQUELLEN: Beseitigung von Leckagen an Rohren, Dächern oder Fenstern. Trocknung von nassen Oberflächen und Bereichen, die durch Überschwemmungen oder hohe Luftfeuchtigkeit betroffen sind.
OPTIMIERUNG DER BELÜFTUNG: Regelmäßiges Lüften (mindestens 2–3 Mal täglich für 10–15 Minuten), besonders in feuchten Räumen wie Küche, Bad und Schlafzimmer. Verwendung von Lüftungssystemen (z. B. Luftentfeuchter, Wärmerückgewinnungslüftung).
OPTIMIERUNG DES HEIZVERHALTENS: Sicherstellen, dass Räume gleichmäßig beheizt werden, um Kondensation und Schimmelbildung zu vermeiden. Besonders kühle Ecken oder schlecht isolierte Bereiche sollten regelmäßig überprüft und beheizt werden.
ISOLIERUND VERBESSERN: Wärmedämmung an Wänden und Böden verbessert den Taupunkt und reduziert das Risiko von Feuchtigkeitseintritt.
LUFTFEUCHTIGKEIT ÜBERWACHEN: Verwenden von Feuchtigkeitsmessgeräten und Hygrometern, um kritische Feuchtigkeitswerte rechtzeitig zu erkennen.
VERWENDUNG VON SCHIMMELRESISTENTEN MATERIALIEN: Einsatz von schimmelresistenten Farben und Materialien, besonders in feuchtigkeitsanfälligen Bereichen.
Zusammenfassung
Schimmel in Wohnräumen stellt sowohl ein gesundheitliches Risiko als auch eine bauliche Herausforderung dar. Die häufigsten Schimmelarten in Wohnräumen sind Aspergillus, Penicillium, Cladosporium, Stachybotrys und Alternaria, die je nach Feuchtigkeits- und Temperaturbedingungen auftreten können. Die Identifizierung erfolgt visuell, über Feuchtigkeitsmessungen und mikrobiologische Untersuchungen. Die Schimmelbegutachtung umfasst eine gründliche Inspektion der Raumluft, Feuchtigkeit und möglicher Schadensquellen. Zur Prävention sind eine gute Belüftung, richtige Heizgewohnheiten und die Vermeidung von Feuchtigkeitsquellen entscheidend. Die Prävention und frühzeitige Erkennung sind der Schlüssel, um gesundheitliche und bauliche Schäden durch Schimmel zu minimieren.Weitere Interessante Seiten zum Thema Immobilien:
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